Kaufentscheidungen in Bezug auf Management-entscheidungen
Die Entscheidungstheorie beschäftigt sich mit Individual- und Kollektiventscheidungen.23 Organisationale Kaufentscheidungen werden nicht nur von einem Entscheider individuell(,) sondern häufig multipersonell von mehreren Entscheidern im Buying-Center getroffen. Je mehr Personen an der Entscheidungsfindung beteiligt sind, desto schwieriger werden rationale Entscheidungen, da sie oft uneinheitliche Präferenzen haben und unterschiedliche Absichten sowie Emotionen in den Entscheidungsprozess einbringen, was u.a. zu Machtspielen, Koalitionsbildung, Konfliktbewältigung sowie Entscheidungsunterdrückung führt.24 Zur Komplexitätsreduktion wird daher weiterführend von individuellen Entscheidungen im Management gesprochen.
In Unternehmen werden in jeder Prozessstufe der Wertschöpfungskette und auf allen Ebenen Entscheidungen getroffen. Sie können sowohl implizit durch intuitives, unbewusstes Handeln als auch explizit als Teil konkreter Prozesse geschehen. Managemententscheidungen sind in der Unternehmensführung ein sich wiederholender Prozess aus Planung, Steuerung und Kontrolle. Sie werden darüber hinaus in strategische und operative Entscheidungen unterschieden, je nachdem ob davon wichtige zukünftige Erfolgspotentiale oder aktuelle Erfolge eines Unternehmens abhängen. Darüber hinaus unterscheidet die Entscheidungsforschung zwischen normative und deskriptive Managementscheidungen. Während die normative Perspektive vom idealen Bild des rationalen Handelns ausgeht, untersucht die deskriptive Sicht reale Entscheidungszusammenhänge in Unternehmen unter Annahme von begrenzter Rationalität des menschlichen Handelns.25 Diese beiden Sichtweisen zeigen die kontroverse Betrachtung von Managemententscheidungen und verdeutlichen u.a. die Komplexität von Managemententscheidungen. Vereinfachend wird folgend von individuellen Entscheidungen, Kaufentscheidungen eines Managers gesprochen. Eine Führungskraft entscheidet sich gemäß den Zielvorstellungen des Unternehmens für den Kauf eines Objektes oder führt eine Handlung im Sinne einer Kaufhandlung durch. Die Kaufentscheidung des Managers muss danach für das Unternehmen einen positiven Einfluss auf Gewinnmaximierung, Wirtschaftlichkeitserhöhung, Kostensenkung, größeren Umsatz, gesteigertes Marktpotential, Macht, Prestige oder Unabhängigkeit haben.


21 Vgl. Haehnel (2011), S. 14.
22 Vgl. Scheier/Held (2012), S. 51.
23 Vgl. Meyer (1996), S. 94.
24 Vgl. Haehnel (2011), S. 15.

25 Vgl. Herrmann (1999), S. 100f.

 

Quelle: Institut für ManagementVisualisierung

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